Ich halte gerade die erste Ausgabe des neue Hefts "Made in Germany" in den Händen. Die Chefredakteurin Anne Horsten schreibt unter anderem auf die selbstgestellte Frage, wieso man das Magazin herausbringe sinngemäß, dass unter anderem die Leser einen Vorteil aus den Texten ziehen würden.

Ich mag mich nun auch gar nicht auf das aktuelle Beispiel einschießen, denn dieser Text steht in den meisten neuen Zeitschriften. Oder fragen wir doch mal jemanden der gerade ein neues Unternehmen gründet. "Die Menschen brauchen dies und jenes und ich biete es an", kombiniert mit Preis-/Leistungsargumenten, Service und Standort.
Am Ende des Tages, macht man das aber eigentlich weil man Geld verdienen möchte. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel, aber grundsätzlich werfen sich Menschen in Arbeit, weil sie eine monetäre Gegenleistung sehen. Die ist mal mehr und mal weniger hoch, aber der absolute Großteil entwickelt, produziert, bewirbt oder verkauft Produkte, weil er oder sie Geld verdienen möchte.

Wer aber heute die Freiheit hätte, eine Arbeit zu verrichten, ohne groß sich um finanzielle Aspekte kümmern zu müssen, der könnte das machen, was ihr oder ihm Spaß macht. Spielplätze für die örtlichen Kindergärten bauen, Nischenromane schreiben, Produkte für Minderheiten entwickeln oder Vorlesestunden im Buchladen veranstalten. All das und noch weitaus mehr sind Dinge, die Menschen heute eher nicht machen, weil es nicht mit Ihrem Vollzeitjob vereinbar ist.
Wer aber heute wüsste, dass er jeden Monat sein Einkommen zum Leben sicher hat, der würde sich auch Themen widmen, die sich finanziell heute nicht rechnen würden sondern ein Obolus darstellen. Und wer mehr zum Leben braucht, würde mit einer Halbtagsstelle immerhin noch 50% seiner heutigen Arbeitsleistung zur freien Verfügung haben.

Es wird Zeit, dass wir um 21. Jahrhundert uns endlich um Dinge kümmern, die uns Spaß machen, uns um Dinge kümmern die anderen Leuten hilft oder erfreut ohne um uns um finanzielle Aspekte zu kümmern.