Februar 21, 2020

München

München

Reiseberichte, my ass. Wer zur Hölle braucht eigentlich Reiseberichte? Ich kenn da so genau niemanden der geil darauf ist, von anderen zu hören wie es irgendwo auf der Welt angeblich ist während man selbst nicht da sein kann. Aber so what. Ich war in München. Jaha, Weltreise. War quasi noch nie jemand. Unberührte Erde.

München liegt südlich in Deutschland, umgeben von dem Freistaat Bayern. Nicht weit entfernt ist das kurz(e) Österreich. Ihr versteht schon. Kanzler Kurz, kurzes Österreich, weil relativ klein. Witze sind generell erst dann richtig gut, wenn keiner lacht und man danach noch den Witz erklären muss, damit Ihn jemand versteht und trotzdem niemand lacht. Gell, Mario? Also Mario Barth.

Kommen wir zurück zu diesem Stück unbeflecktem Erde das sich München nennt. Kaum angekommen hier, steige ich aus dem Auto aus und habe die erste nette Nahtoterfahrung. Fahrradfahrer von links, Fahrradfahrer von rechts. Gefühlt die komplette Stadt ist voll von Fahrradwegen. Kaum eine Straße an denen nicht ein mindestens ein Meter großer Streifen ist. Im Prinzip geil, wenn man denn daran gewöhnt ist, dass du vor jeder Straßenüberquerung noch mal links und rechts schauen solltest. Also: Augen auf bevor du von einem Zweirad bestialisch überrollt wirst, denn erwarte ja keine Rücksicht. Du bist Tourist und für die Münchner Ureinwohner bist du nichts anderes als Freiwild mit einer Zielscheibe auf der Brust. Sorry for not sorry.

Auf den Schock musste erst einmal die Kehle befeuchtet werden und was eignet sich im Hopfen-und-Malz-Land besser als ein kühles Radler, während die Sonne dir mit 29°C auf die Glatze brennt? Davor, um den Durst zu löschen, gab es ein kleines, kühles Wasser. Man servierte 0.2l Kristallwasser. Und nicht nur das: es war BIO Wasser. B. I. O.! Die haben mir für 4 Euro knapp 200ml Biowasser angedreht. Irgendwie müssen die 17 Euro pro m2-Mietpreis für die hiesigen Schukartons, ich meine natürlich zierlichen Wohnungen, ja reingeholt werden. Ich war froh, dass man mir nicht noch 5 Euro für Bioluft abgerechnet hat. Feinste Münchner Stadtluft. Manchmal hatte ich Angst, dass hinter mir ein Kontrolleur steht und fragt wieso ich noch keine Kurtaxe bezahlt habe. Dafür war das Bier gut und 20ct billiger als das Wasser, dafür dreimal so groß. War ja auch nicht Bio.

Frisch gestärkt ging es als nächstes zur Straßenbahn um zu meiner per AirBNB geklickten Unterkunft zu kommen. Hätte mir vorher einer gesagt, dass die Münchner Ticketautomaten einen eingebauten IQ-Test haben, dann hätte ich auf das Bier verzichtet. Spaß, ich hätte direkt ein Uber gerufen. Dieses ganze Ringsystem und Tarifbestimmungen und Fahrtlängen wurde, und das ist die Kurzfassung, nur dazu erfunden um Touristen 60 Euro Schwarzfahrergebühr aus der Tasche zu ziehen. Alternativ kauft man einfach das teuerste Tickt und schenkt so der Stadt ein paar Euro. Gerechnet auf mehrere Millionen Touristen pro Jahr, kann man sich auch mal zwei, drei Pools ins Rathaus bauen lassen. Man hat ja sonst nichts.

Am nächsten Morgen stieg ich in überfüllte U-Bahn als hinter mit ein etwa 80-jähriger Vollbar brüllte:

"Joa mei, wenn er's nicht weg geht, doann erschieß ich eich eefach!" Und spaltete damit die Menschenmenge - wie Moses das Meer - und gelang zu einem freien Sitzplatz. Also der Sitzplatz war frei nachdem er einen Kopfhörerjungen nochmal kurz klar machte, dass das sein Platz wäre. Glaube ich zumindest, ich hab das nicht verstanden.

Ansonsten ist München sauber. Uber war cool (E-Mobilität for the win!). Polizisten in grüner Uniform verwirren. Preise sind teuer. Für alles. Am Abend, es war Dienstag, 20 Uhr, wollte ich noch schnell eine Packung Nudeln kaufen. Google Maps aufgemacht, Supermarkt in 10 Minuten Gehweite lokalisiert und Fersengas gegeben. Am "Wir lieben Lebensmittel"-Sloganmarkt angekommen erfreue ich mich an einer sich nicht öffnenden Tür sowie einem dunklen Inneren. Ein kurzer Blick auf das Öffnungszeitenschild versprach ein tolles Einkaufserlebnis. Bis 20 Uhr. Gut, nächster Supermarkt mit kundenfreundlichen Einkaufszeiten finden sollte ja kein Problem sein, wir sind ja in einer Weltstadt. Und Bayern. Da machen die Geschäfte um 20 Uhr zu. Spätestens.

Damit wäre alles über Bayern und München gesagt.